Halbe Leben

"Klara ist tot, beim Wandern abgestürzt. Bei ihr war nur Paulina, eine Slowakin, die Klara nach dem Schlaganfall ihrer Mutter eingestellt hat."

Susanne Gregor erzählt in ihrem Roman die Geschichte zweier Frauen, deren Lebensentwürfe unterschiedlicher nicht sein könnten. Klara, die erfolgreiche Architektin, die es sich leisten kann, ihre Mutter von Paulina pflegen zu lassen. Paulina, Mutter zweier Söhne, die sich nach der Trennung von ihrem Mann, alleine durchschlagen muss und versucht den Spagat zwischen ihrer Arbeit in Deutschland und dem Leben in der Slowakei zu bewältigen. 

Der Roman zeigt auf so eindringliche Weise, wie sehr es darauf ankommt, in welchem Land man geboren wird und wie man aufwächst. Er betrachtet die Ungleichheiten im Leben zweier Frauen, die nicht im gleichen Umfeld aufgewachsen sind und zeigt ziemlich deutlich, was aktuell so alles im Argen liegt.